Chili JamStanley, du bist ein Hundling. Ein guter Koch, aber ein Hundling.

Das Verteilen von Beschimpfungen ohne Grund ist zwar in Bayern nicht geächtet, sondern eher Nationalsport, trotzdem gebietet meine Erziehung eine kurze Erklärung…

In Südafrika gibt es einen genialen Ort zum Whalewatching, die Whalesong Lodge in De Kelders. Besitzer und Gastgeber sind Stanley & Lainy Carpenter. Und Stanley kocht zweimal die Woche für die Gäste. In Südafrika kann man ja bekanntlich sehr gut essen und Stanley ist, ich erwähnte es bereits, ein sehr guter Koch. Was für eine Kombination… Seine Fishcakes mit Kreuzkümmel waren einmalig und seine (bzw. Lainys) Chili Jam einfach göttlich. Nach langem Flehen und Betteln hat er mir, unter absoluten Geheimhaltungsbeschwörungen sein Rezept verraten. Es ist so simpel, aber so gut.

Nachdem ich jahrelang damit Erfolge bei Fischgerichten damit einheimsen konnte, hat nun Stanley das Rezept einfach auf seiner Homepage veröffentlicht. Wahrscheinlich hat jeder Besucher die gleiche Flehen- und Bettelnummer abgezogen und ihn hat es nach dem 3265. mal dann doch genervt. Vielleicht hat auch jemand das Rezept doch bereits verraten. Ich weiß es nicht.

Jedenfalls wieder einer meiner Mythen zerstört… (more…)

food-00520.jpgIch bin ja keinem schlechten Wortwitz abgeneigt. Wenn also eine Chilisauce SUN OF A BEACH heißt, erregt das schonmal meine kindliche Aufmerksamkeit.

Und da ich ja zur Zeit einen Chili - Überschuss habe, kommt mir jedes Rezept gelegen. Auf meinem Südbalkon reifen Unmengen sibirische Hauspaprika und Bischofsmützen.

Irgendwie haben die Hauspaprika dieses Jahr eine deutlich heftigere Schärfe als die letztjährigen. 6 -7 würde ich schon vorgeben. Leider musste ich die Erfahrung etwas schmerzhafter machen. Ich rechnete mit Schärfe 4 vom letzten Jahr da die Pflanzen aus den Samen vom Vorjahr gezogen wurden.

Also bin ich durch das Internet gestrolcht und habe Chilirezepte gesucht. Tja, was soll man sagen. SUN OF A BEACH halt.

Die Sauce bekommt eine angenehme Süße durch die Papaya, nicht so vulgär süß wie bei einer Chili - Chicken - Sauce.

Und da wir gerade bei kindlichen Wortwitzen sind, kommt auch die entsprechende Musik in den CD - Player. (more…)

food-004311.jpgZuag’roaste aller Länder, vereinigt Euch.
Als Emigrant im schönen Königreich Freistaat Bayern habe ich diese Missionierungsanfälle, ich denen ich mich berufen fühle, die Segnungen der thüringischen Backkunst ins Weißwurstterritorium zu bringen.

Um Widerspruch von vornherein zu verhindern, suche ich mir dazu Gelegenheiten, in denen die “Beschenkten” in einer gewissen Lobzwangslage sind. Ein Geburtstagsessen ist der perfekte Anlass dazu. Also, frisch ans Werk und den Kollegen einen Kuchen mitgebracht.

Der Zitronencremekuchen ist ein perfektes Sommer-Schmankerl, allerdings nicht so vordergründig anbiedernd wie der Schoko-Kirsch-Kuchen. Also fiel das Lob eher differenziert aus.

Und vor lauter Backen, Schneiden, Verpacken, Transportieren habe ich doch glatt die schönen Fotos vergessen. Aber Missionare sollten sowieso eher strategisch denken…
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food-00441.jpgExperimente sind mir immer sympathisch. Jedenfalls in kulinarischer Sicht. Scheitern ist geplant und wird mit einem Gewinn an Erfahrung honoriert. Und da ich bei der reichlichen Ernte (danke für die Zwetschgenspende, liebe Nachbarin) auch kurz vor dem Zwetschgendatschi - Overlad stehe, kommt mir ein Zwetschgenexperiment sehr entgegen. Die experimentelle Zwetschgentarte von Robert Sprenger köderte mich mit einer Zubereitungszeit, die meinem Frühmuffelzeitrahmen entspricht. Und wenn es misslungen wäre, dann wären wenigsten diese Zwetschgenmengen wieder etwas reduziert. Isses aber nich…

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Neulich am Gardasee, matschiges Pasta-Gedöns, kantinenähnliche Touristenabfütterströme.

Nun gut. Ich will ja nicht allzu pessimistisch erscheinen, kulinarisch ist ein ca. 250 m Streifen so eine Art no-go-Area. Es gibt Lichtblicke, zum Beispiel Restaurants, die klassische, deftige Küche anbieten. Das empfohlene Eselsragout und das Fohlenschnitzel habe ich (in Anbetracht der Anwesenheit einer weiblichen Tischgesellschaft) dann doch ignoriert. Die handgemachten Spaghetti verlangen aber nach einem robusten Gegenstück. Salbeibutter würde hier definitiv als Verlierer vom Tellerschlachtfeld gehen.

Und da an diesem Septembersonntag der Herbst am Fenster rüttelt, darf es auch schon ein Federweißer sein.

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